Epson Pulsense PS-100 – Testbericht

27. Mai 2015 | Android, Apple, Apps, Blog, Featured, iOS, Testberichte | Geschrieben von: | 0 Kommentare

Wearables, beziehungsweise „Handgelenkhardware“, sind zunehmend im Trend. Nicht zuletzt durch die Veröffentlichung der Apple Watch findet sich für diesen, noch recht neuen Bereich ein immer breiteres Publikum. Doch wie kommt Epson da jetzt ins Spiel?

Der Hersteller Epson, der eher bekannt ist für Drucker, Faxgeräte und Co, hat schon seit einer Weile Fitnesstracker am Start. Eines davon, das Epson Pulsense PS-100, wurde mir freundlicherweise einige Wochen zum Test zur Verfügung gestellt.

Darum gibt es jetzt nachfolgend meine Meinung und Impressionen zu diesem Gerät.

Lieferumfang und erster Eindruck

Das Epson Pulsense wird ein einer simplen Plastikschachtel geliefert und bringt neben dem üblichen Papierkram, der überraschend spärlich ausfällt, natürlich ein USB-Kabel und eine passende Ladestation mit. Hier erwarten uns also keine großen Überraschungen. Jedoch hätte das Teil durchaus mehr Beipackzettel vertragen können, da die einzelnen Funktionen letztendlich doch komplexer sein können. Doch hierzu später mehr.

Das Gerät selbst ist aus Silikon hergestellt, mit Ausnahme eines kleinen Teils des Gehäuses in der Mitte und dem Verschluss am Armband. Damit kann das PS-100 schonmal den ersten großen Pluspunkt in Sachen Verarbeitung einpacken. Das Gerät ist abwaschbar, da wasserdicht. Ein durchaus wichtiger Punkt in Sachen Hygiene bei einem Fitness-Wearable, wenn man nach oder während der sportlichen Aktivität schwitzt.

Allerdings ist dies leider auch nur mit Vorsicht zu genießen, da Epson selbst mit einer Wasserdichtigkeit von lediglich 3 Bar wirbt. Dies entspricht nach DIN-Norm 8310 von September 2010 einem Wasserdruck von lediglich 30 Metern und ist damit ungeeignet für einen direkten Wasserstrahl. Man sollte also vorsichtig sein und eventuell den Wasserhahn nicht voll aufdrehen.

Epson Pulsense PS-100

Doch zurück zum Gerät selbst, dass auf ein Anzeigefeedback durch ein Display verzichtet und stattdessen auf simple LED’s setzt. Bei den vorhandenen fünf LED’s leuchtet eines Rot und vier Blau und stellen einen Indikator für die von Epson vorbestimmten fünf „Fettverbrennungszonen“ dar.

Befindet man sich gerade nicht in einer solchen Zone, leuchtet nur eine der blauen LED’s auf. Eine weitere Blaue bedeutet man befindet sich gerade so in der Zone. Leuchten gar Drei, so ist die aktuelle Aktivität optimal, da man sich in der „aeroben Zone“ befindet. Bei vier blauen Leuchten ist man schon über der persönlichen anaeroben Schwelle hinaus, bei welcher der Körper über nicht mehr genügend Sauerstoff verfügt, um die Muskeln anständig befeuern zu können.

Bei der letzten, der roten LED, ist der Körper bei der aktuellen Aktivität im Ausnahmezustand und mit seinem Leistungsvermögen im Anschlag. Befindet man sich in diesem Bereich so ist eine Pause empfehlenswert, da der Herzschlag ungesund schnell schlägt.

Wie schon gesagt ist dieses ein sehr simples System um Interaktionen mit dem Benutzer zu ermöglichen. Außerdem nimmt es einem zusätzlich noch die Mühe ab, die man sich normalerweise machen müsste, um die persönliche anaerobe Schwelle zu bestimmen. Ob und wie zuverlässig das Ganze ist, konnte ich in meinem Test leider nicht herausfinden. Aus diesem Grund empfehle ich Sportlern mit ernsthaften Absichten nach wie vor die Ermittlung zusätzlich durch die klassische Methode.

Zu guter Letzt möchte ich noch ein paar Worte über den Tragekomfort loswerden, der mich leider nicht wirklich überzeugt hat. Um den wirklich vollen Funktionsumfang nutzen zu können, den das PS-100 bietet, müsste man das Armband 24 Stunden am Tag tragen. Der metallene Verschluss, den ich eingangs schon mal erwähnt hab, trübt bei mir jedoch schnell den anfangs guten Eindruck. Er hält zwar stabil und zuverlässig, stört aber über den Tag doch mehr als erwartet, durch drücken am Handgelenk. Insbesondere wenn man das Armband über Nacht tragen möchte, um die Schlafüberwachung nutzen zu können.

Datenerfassung und die App

Wie bei jedem Wearable gibt es eine passende App für das Smartphone. Mit der App „Pulsense View“ für die kompatiblen Epson Pulsense Geräte macht, man hier auch keine Ausnahme und bietet eine App für die Betriebssysteme iOS und Android an. Nutzer mit Windows Phone dagegen bleiben hier also leider außen vor.

Epson PULSENSE View
Epson PULSENSE View
Preis: Kostenlos
Epson PULSENSE View
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Preis: Kostenlos

Doch kommen wir zuerst zum positiven. Die Ersteinrichtung klappt nach anfänglichen Verständnisproblemen gut, einfach und auch in einer ganz „okayen“ Geschwindigkeit, ebenso wie die Erfassung der relevanten Daten. Der damit einhergehende Funktionsumfang ist auch vorbildlich und geht oft auch über die Basisfunktionen hinaus, wie etwa die Messung der Psyche, die laut Epson dabei helfen soll den Alltag auf Stressfaktoren checken zu können.

Ansonsten empfand ich die App aber eher als eine Last, statt einer Hilfe. Unübersichtliche Menüführung, sowie teilweise kaum sichtbare Steuerelemente sind hier das Hauptproblem neben langer Ladezeiten.

Ebenso erschließt sich mir nicht ganz, wozu man zwingend ein Epson-Konto bei der Einrichtung benötigt. Hat man keines oder möchte keines erstellen, so kann man die App und damit auch das Gerät nicht nutzen. Einziger Zweck, den ich bisher rausgefunden habe ist, dass man sich mit seinem Konto auf einer speziellen Webseite anmelden und seine Fitnessdaten betrachten kann.

Nett. Aber wieso sollte ich das tun? Ich kann das schließlich mit dem Smartphone in meiner Hosentasche genau so gut und wohlmöglich noch schneller machen.

Epson Pulsense PS-100

Hat man sich jedenfalls ein solches Konto erstellt, so kann man mit der Einrichtung der App fortfahren. Doch auch hier gibt es einige Hürden zu überwinden. Bei der Kopplung des Pulsense mit dem Smartphone beispielweise benötigt man Bluetooth 4.0, welches sich nur auf aktuelleren Geräten finden lässt. Hier also bitte aufpassen, dass das eigene Telefon eine der Grundvorraussetzungen des Pulsense überhaupt erfüllt. Mit Bluetooth der Version 3.0 ist es nicht kompatibel.

Die Kopplung an sich geht immerhin relativ schnell und auch simpel, wenn man einmal das Funktionsprinzip des Fitnesstrackers verstanden hat. Gelegentlich kommt es aber hier auf meinem iPhone 5s zu ein paar Fehlermeldungen und man muss die Einrichtung erneut versuchen.

Von den ganzen Hürden mal abgesehen, bietet die App ansonsten eine ganze Menge. Neben den Standards wie Schrittzähler und geschätztem Kalorienverbrauch wird auch der Schlaf automatisch durch Lagesensoren erkannt und aufgezeichnet, was in der Praxis auch ziemlich gut funktioniert. Außerdem gibt es optional eine Weckfunktion durch Vibration.

Der Akku von dem Teil wird von Epson übrigens mit relativ winzigen 40 mAh angegeben und soll etwa zwei Tage damit durchhalten, was sich in der Realität bei Dauerbetrieb durchaus bestätigt. Danach muss es an die mitgelieferte Ladestation angeknipst und für etwa eine Stunde an ein USB-fähiges Ladegerät gestöpselt werden.

Fazit

Was bleibt also nun unter dem Strich zu sagen?

Nun, zunächst einmal, dass mir das Konzept eines Fitness-Wearables durchaus gut gefallen hat und ich aktuell auch überlege mir privat eines anzuschaffen. Tatsächlich motiviert mich ein simpler Schrittzähler durchaus mich mal wieder ein wenig mehr zu bewegen. Wenn man den ganzen Tag in einem Bürojob hockt, vergisst man schnell, dass man eigentlich ruhig hin und wieder mal ein paar Schritte gehen könnte. Dasselbe gilt für das nehmen der Treppe, statt einem Aufzug. Das hält natürlich nicht fit, sorgt aber für Freude bei Gelenken und dem Rücken.

Ob man das Epson PS-100 aber empfehlen kann bleibt Ansichtssache. Ich finde für den aktuellen Preis von rund 130€ auf Amazon (Stand: 26.05.2015)(Affiliate-Link) gibt es Wearables, die denselben Job genau so gut, wenn nicht gar besser erledigen. Insbesondere softwareseitig, sprich: die App ist stark verbesserungswürdig, aber auch keine unmögliche Aufgabe.

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