Canon EF 50mm 1:1.8 II Objektiv – Testbericht

17. September 2012 | Blog, Featured, Fotografie, Hardware, Testberichte | Geschrieben von: | 4 Kommentare

Nachdem ich jetzt nun schon einige Monate die „Wunder der Fotografie„, aber auch die Tücken selbiger, erfahren konnte und hier und dort einige gute Ergebnisse erzielte, wurde es auch für mich einmal Zeit in ein neues Objektiv zu investieren um mehr aus Bildern herausholen oder neue Perspektiven erleben zu können.

Meine Wahl fiel auf das EF 50mm 1:1.8 II Objektiv von Canon, da ich schon einige positive Berichte gelesen habe und somit sicher war, das Geld für den recht günstigen Preis von rund 100€ gut investiert zu haben.

Hier also ein paar Worte von mir zu diesem Objektiv für EF-Bajonette von Canon-Kameras.

Haptik und Funktion

Schon beim ersten Auspacken fällt auf, dass das Objektiv, von den Linsen mal abgesehen, ausschließlich aus Plastik besteht. Sogar das Bajonett, welches zur Befestigung an den Kamera-Body benötigt wird, besteht aus Plastik.

Durch die verwendeten Materialien wirkt die Haptik recht billig.

Jedoch entsteht dadurch auch der Vorteil, dass das Objektiv mit 130 Gramm enorm leicht und durch die geringe Bauhöhe von etwa 4 Zentimetern auch recht platzsparend ist. Dadurch verdient sich das 50 Millimeter einen Dauerplatz in der Fototasche.

Die Naheinstellgrenze von 45 Zentimetern macht zwar Macro-Fotografie unmöglich, aber dafür wurde es auch nicht entwickelt.

Hat man wenig Licht zur Verfügung, etwa in Innenräumen oder auf Partys, ermöglicht es die ziemlich große Offenblende von 1.8 helle Bilder ohne die Belichtungszeit oder den ISO-Wert erhöhen zu müssen.

Auch die Verwendung eines Blitzes lässt sich dadurch vermeiden, was Fotos ermöglicht, die ausschließlich aus dem vorherrschenden Licht bestehen und die Bilder natürlicher wirken lässt.

Nicht nur deswegen ist es das ideale Objektiv für Porträt-Fotografie!

Zwei Sachen stören allerdings dennoch.

Da wäre zum einen der Autofokus-Motor, welcher leider ein konventioneller Mikromotor und damit laut und langsam ist und recht oft den optimalen Fokus entweder nicht findet oder daneben greift.

Und zum anderen wäre da die geringe Anzahl der Blenden-Lamellen, im Inneren des Objektives. Mal abgesehen davon, dass diese nicht gerundet, sondern linear sind entstehen durch die nur fünf Lamellen auch fünfeckige Sterne in der Unschärfe, bei höherer Blendenzahl. Das Ergebnis sind bei Bildern mit sogenanntem „Bokeh“, keine schönen runden Kreise, sondern Fünfecke.

 Vergleich

Mal abgesehen davon hat das 50er eine fantastische Tiefen- und ab der Blende 4.0, Bildschärfe. Um vielleicht den ein oder anderen Unterschied feststellen zu können, habe ich zwei Vergleichsbilder mit meinem Standart-Kit Objektiv und dem 50 Millimeter Festbrennweiten-Objektiv gemacht:

Canon EF 50mm 1:1.8 II - Review - Vergleichsbild 01

Die Detailtreue der Objektive lassen sich hier recht gut erkennen.

So lässt die Schärfe der 18-55 Millimeter Optik zum Rand des Bildes hin immer stärker nach, wogegen das Festbrennweiten-Objektiv auch am äußersten Rand noch ziemlich detailgetreu wirkt. In der Bildmitte kann man sogar an der Objektiv-Abdeckung die Unregelmäßigkeiten im schwarzen Plastik erkennen, wogegen auf der rechten Bildhälfte sogar das Kabel der Kopfhörer unscharf wirkt.

Hier ein weiterer Vergleich, der Unterschiede in der Tiefenschärfe verdeutlichen soll:

Canon EF 50mm 1:1.8 II - Review - Vergleichsbild 02

Bei dem zweiten Bild sieht man die ausgeprägtere Tiefenschärfe des 50 Millimeter Objektives deutlich anhand der Flasche auf der linken Seite, welche fast doppelt so unscharf wirkt, wie die andere Flasche im Hintergrund. Aus diesem Grund wirkt das Bild mit dem Wecker wesentlich räumlicher.

Wer gerne einen ausführlicheren Darstellungstest mit weiteren Vergleichsbildern sehen möchte, kann das gerne in einem schön aufgearbeiteten Test machen, hinter dem offensichtlich viel Arbeit steckt.

Einige Beispielbilder aus der Praxis habe ich natürlich ebenfalls zur Stelle. In einem vorhergehenden Beitrag von mir kann man sich noch mehr Fotos ansehen, die mit diesem Objektiv gemacht wurden.

Canon EF 50mm 1:1.8 II - Review - Beispielbild 01 Canon EF 50mm 1:1.8 II - Review - Beispielbild 02

Fazit

Ich kann den vielen glücklichen Besitzern des Canon EF 50mm 1:1.8 II Festbrennweiten-Objektives nur zustimmen. Jeder, der ebenfalls so gerne wie ich mit Licht rumspielt und eine Canon Kamera mit EF-Bajonett besitzt, sollte sich dieses Objektiv anschaffen!

Es macht unheimlich viel Spaß mit dieser Optik zu fotografieren, wenn man sich auch erst mit der Limitierung auf eine bestimmte Brennweite anfreunden muss. Nach etwas Übung lassen sich jedoch einige geniale Bilder machen. Die Ergebnisse sprechen für sich.

Auch das Preis- / Leisungsverhältnis ist unschlagbar. Das Geld ist gut angelegt.

Geschrieben von

Crave hat bereits 171 Artikel auf Blogkollektiv geschrieben.

  1. Benno | am 17. September 2012 um 11:13 Uhr:

    Das 50mm ist eine fantastische Linse und das Bokeh finde ich gerade mit den „Fünfecken“ sehr interessant. 2 Blenden drauf und schärfer geht es nicht. Der Kreissägen-Autofokus ist wirklich ein Nachteil, aber ich fokussiere zu 99% manuell, daher stört es mich nicht so sehr.

    Die Lichtstärke ist gigantisch. Dennoch, wenn ich könnte wie ich wollte wäre ein 50mm 1.2 L meins, denn die 50mm sind eine wahnsinnig vielseitige und interessante Brennweite!

    Danke für ein tolles Review. Kleiner Tipp, geh mit dem 50er auf People-Fotos, macht unheimlich Spass damit!

    • Crave | am 17. September 2012 um 11:18 Uhr:

      Erstmal danke für die Blumen! ;D

      Ich fokussiere auch so oft es geht manuell. Also eher ein geringfügiger Störfaktor für mich. Trotzdem wäre ein AF, der ein wenig besser wäre schön gewesen. Aber ich denke mal, dass es dann nicht mehr so günstig gewesen wäre.

      Um Leute fotografieren zu können haben sich bisher leider zu wenige bereit erklärt in meinem Umfeld. Darum hab ich da bisher auch nur wenige, bis keine Ergebnisse oder Erfahrungen. Wäre aber definitiv etwas, was ich gerne öfter machen würde.

  2. Benno | am 17. September 2012 um 11:38 Uhr:

    Hier haste mehrere Möglichkeiten. Praktikum bei Fotografen z.b. Models buchen bzw. Freiwillige über Facebook/Twitter suchen. Da geht eigentlich immer was!

  3. martina | am 29. April 2015 um 08:29 Uhr:

    DANKE!!!!

    Mehr ist dazu nicht zu sagen! Du hast mir sehr weiter geholfen!!

    lg martina

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