Sonos Play:1 – Testbericht

6. Juli 2015 | Featured, Hardware, Musik, OS X, Testberichte | Geschrieben von: | 0 Kommentare

Ich hatte das Vergnügen drei Wochen lang zwei Sonos Play:1 bei mir stehen zu haben, um mal zu schauen ob der Hype um diese Teile gerechtfertigt ist. Für mich persönlich nicht, wie sich herausgestellt hat. Ich kann die Fans zwar verstehen, aber ich habe doch einiges zu bemängeln. Was und warum erfahrt ihr in diesem Testbericht!

Optik und Haptik

Zuerst einmal: Das Design und die Verarbeitung sind wirklich großartig!

Angefangen bei den drei Knöpfen an der Oberseite, die einen sehr guten Druckpunkt haben und sich auch im Dunkeln sehr gut finden lassen. Dies ist besonders morgens wichtig, wenn man im Halbdunkeln die eingebaute Weckfunktion ausschalten möchte, um weiterschlafen zu können. Wie sich herausgestellt hat klappt das hervorragend.

Die Tasten bestehen aus einer Wippe für die Lautstärke und einem „Play/Pause“-Button. Außer für den besagten Wecker habe ich diese Knöpfe aber nie gebraucht. Dafür sind die Boxen schließlich mit WLAN ausgestattet, wodurch sie sich fernsteuern lassen.

Insgesamt sind die Boxen sehr kompakt und leicht und machen dennoch einen soliden Eindruck.

Sonos Play:1 - Mac Screenshot

Anders als in den Werbevideos angepriesen, schaut hinten natürlich noch ein Kabel für die Stromzufuhr heraus, welches man aber verstecken oder günstig positionieren kann. Somit fällt dies kaum ins Gewicht und die Boxen wirken beinahe kabellos.

Der besagte Stromanschluss befindet sich an der Unterseite. Auf der Rückseite findet man außerdem ein Ethernet-Anschluss, den man aber glücklicherweise dank WLAN nicht braucht und ein Gewinde für die Wand- oder Standhalterungen. Letztere gibt es im Zubehörhandel zu dutzenden. Es gibt sogar Shops, die sich ausschließlich auf Sonos-Zubehör spezialisiert haben.

Der Sound – Wie hört es sich an?

Jeder hat seinen eigenen Geschmack und Vorlieben, was Boxen und Sound im Allgemeinen angeht. Die Play:1 sind deswegen für mich ein paar gute bis sehr gute Boxen, aber auch nicht mehr.

Vor allem bieten sie nur einen Mono-Sound, was sich für mich als ein riesiges Manko herausgestellt hat. Das ist bei Audio mit viel Sprache, wie zum Beispiel Podcasts oder Hörbüchern, zwar kein Problem, dafür aber bei Musik. Anfangs dachte ich noch, dass ich damit klar kommen würde, aber mit der Zeit hat es mich zunehmend gestört.

Durch das Koppeln zweier Boxen gleicht man dies wieder aus, weswegen ich Leuten, denen es ähnlich geht wie mir, dies nur ans Herz legen kann.

Anschließen und die App

Das Einrichten der Boxen geht angenehm einfach und schnell. Ethernet-Kabel dran, aussuchen in welchem Raum sich das Play:1 befindet und fertig ist der Kuchen. Die Einrichtung über WLAN geht ebenfalls sehr spielerisch.

Über die App kann man nicht nur die Boxen in den virtuellen Räumen verteilen, sondern auch zwei Play:1 zu einer Stereo-Box zusammenschließen.

Sonos Play:1 - Mac Screenshot

Die App für das Smartphone ist grundsätzlich großartig. Ich kann Spotify, Deezer, Amazon und Google Music als Streaming-Dienste hinzufügen, Musik von meinem Gerät spielen und entscheiden ob ich damit nur das Wohnzimmer beschalle oder alle Zimmer oder vielleicht nur zwei von fünf Zimmern. Hier werden der Fantasie (fast) keine Grenzen gesetzt.

Dasselbe gilt natürlich auch für die Software für den Desktop. Auch hier ist die Auswahl der Streaming-Dienste schier endlos. Das ist total praktisch, vor allem für Leute wie mich, die ihre Musik mal hier und mal dort kaufen.

Die Apps gibt es für Android, iOS, Windows und OS X. Leider sind die Desktop-Varianten der Software super hässlich.

Sonos Controller
Sonos Controller
Entwickler: Sonos, Inc.
Preis: Kostenlos
Sonos Controller Für Android
Sonos Controller Für Android
Entwickler: Sonos, Inc
Preis: Kostenlos

Genug gelobt. Kommen wir zu den Kritikpunkten. Denn solange man macht, wie Sonos es vorgesehen hat, ist alles mehr als super. Musik von Geräten abspielen, kein Problem.

In der Pause dann mal Netflix anmachen und die tolle Serie weiterschauen und dabei dessen Ton über die Boxen hören. Oh…Uh… Tja, das geht leider nicht. Den Podcast aus meinem Podcatcher hören? Fehlanzeige.

Damit sind 50-70% meiner „Use-Cases“ raus. Ich brauche zu Hause ein absolut flexibles System, dass mich abspielen lässt was ich möchte.

Fairerweise muss man dazusagen, dass man mit einem AirPlay-Hack diese Einschränkungen irgendwie umgehen kann. Wenn man mehr Hardware von Sonos hat, dann kann man das auch umgehen. Wenn man in der Sonos-App einen RSS-Radiodienst benutzt, kann zwar man auch Podcast hören, dann synchronisiert das aber nicht mit meinem Podcatcher und ich muss mir selber merken wo ich war. Jetzt hat Spotify gerade Podcasts für ihren Dienst angekündigt. Das könnte mein Problem eventuell lösen.

Hier hat aber der Spaß für mich aufgehört. Ich hatte Boxen im Wert von 400 Euro in meinem Raum stehen, die total hip und cool sind und so. Aber ich müsste noch mehr Geld ausgeben oder rumfrickeln, bis diese Lautsprecher auch tun, was ich möchte. Zur Zeit sind sie also leider unbrauchbar für mich und meinen Anwendungsfall. Schöne neue Welt.

Fazit

Die Sonos Play:1 sind echt ordentliche Dinger. Das kann man für den Stückpreis von rund 200 Euro, aber auch erwarten. Kann man mit den von mir genannten Einschränkungen leben, wie etwa die Abhängigkeit durch die Apps oder einem ganz guten Mono-Sound dann schlagt zu! Auf dem Markt wird man vermutlich nichts bequemeres finden.

Ergeht es euch aber wie mir, dann schaut euch lieber nach Alternativen um. Es gibt schließlich noch mehr als genug davon.

Einen ausführlichen Audio Test mit mir findet ihr auch im Podcast Phasentheater.

Geschrieben von
Jens

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